7 Verwertbarkeit
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Berichtsgliederung entsprechend Vorschrift: Nr.3.2 BNBest-BMBF98 <http://www.fz-juelich.de/ptj/datapool/page/490/Schlussbericht.rtf>

7 Verwertbarkeit des Ergebnisses  

Methodisch-experimentelle Nutzungen

Die während des Projektes entwickelten Methoden zur Erfassung des Dendroremediationspotenzials sind ausdehnbar auf weitere Schadstoffe des Rüstungsbereiches, aber auch auf andere gut bis mäßig mobile Organika und anorganische Schadstoffe. Hervorgehoben soll dabei die Eignung der entwickelten Dochtapplikationssysteme für adulte Gehölze werden. Die Doppeltrogsysteme (Beispiel Salix EW-13, Beispiel Picea glauca) sind darüber hinaus so konzipiert, dass neben der angeführten Nutzung zur Flüssigapplikation bei Folgeuntersuchungen späterer Projekte der innere (untere) Trog mit originalkontaminiertem oder definiert dotiertem Boden befüllt und mit einstellbarer Wassersättigung zur Dendroremediationstestung genutzt werden kann.

Praktische Nutzung  

Die Gesamtheit der Ergebnisse des Projektes führt zu unmittelbaren praktischen Nutzungsmöglichkeiten für gehölzbasierte Sanierungsverfahren, die wegen ihrer Anspruchslosigkeit und Nachhaltigkeit dem Einsatz krautiger Pflanzen zur Phytoremediation überlegen sind. In der Kurzfassung des Berichts können Nutzungsmöglichkeiten jedoch nur ansatzweise genannt werden.

Das Dendroremediationspotential von Neuanpflanzungen lässt sich bei den getesteten Gehölzen auf Grund experimenteller Ergebnisse und Freilandertragsmessungen berechnen und das Potential von mitteleuropäischen Altlastwäldern zur „Natural Attenuation“ lässt sich ebenfalls quantifizieren (pdf-Langfassung des Berichts). Abgeleitet von unseren Dochtschalenversuchen sind Nutzungsmöglichkeite geeigneter Gehölze (s. Tabelle 1) für gehölzbasierte Pflanzenklärsysteme besonders leicht abzuschätzen, da hier die Schadstoffzufuhr kontrollierbar bleibt. 

Die Auswahl und konkrete Nutzung der untersuchten Gehölze zur Dendroremediation muss naturgemäß standortbezogen erfolgen, wobei die in der Tabelle 1 zusammengefassten Eigenschaften und Eignungen der Gehölze eine erste Orientierung bieten können. 

Langfristig, im Sinne der Nachhaltigkeit, ist Nadelgehölzen, die u.a. wegen ihrer Wintertranspiration und ihrer weitaus höheren Interception (Kronenrückhalt des Niederschlagswassers) eine geringere Versickerung bei Starkregenereignissen bewirken, der Vorzug vor Laubgehölzen zu gewähren, wobei Mischbepflanzungen mit späterer Ausdünnung der Laubgehölze einen schnelleren Anfangserfolg ermöglichen. 

Auf Bodenhomogenisierungen bei Neuanpflanzungen ist wegen der starken Anfangsauswaschungen unbedingt zu verzichten oder diese Bodenhomogenisierungen sind mit feinster Bodenverteilung ausreichender Mengen organischer Substanz zur Nutzung der spontan expandierenden Mikroorganismenflora zu kombinieren. Das Zeitfenster von Ende April bis Anfang Mai ist als Bepflanzungstermin vor allem wegen der Niederschlagsentwicklung und ihres Einflusses auf die Grundwasserbilanz zu wählen. Dem sommerlichen Zusammenbruch homogenisierungsbedingt aktivierter Mikroorganismenpopulationen durch Bodentrockenheit und auch der dann eingeschränkten Wasserverfügbarkeit etablierter Junggehölze oder Altlastwälder (Transpirationseinschränkung!) kann durch grundwasserschonende, bodenfeuchte-gesteuerte Bewässerung entgegengewirkt werden. 

Für vorhandene Nadelholz-Altlastwälder und Einzelbäume auf besiedelten Altlasten ist ein erhebliches Sanierungspotential berechenbar. Eine Abholzung und/oder Ersatz durch schnellwachsende Laubhölzer ist daher zu vermeiden. 


letzte Aktualisierung: 18.02.04 22:11 durch Bernd Schoenmuth   Vorherige Seite     Nächste Seite